CD-Neuerscheinung

Joseph Haydn:

Divertimenti für Streichtrio
Vol. I

Divertimento in G-dur Hob. V:20
Allegro – Menuet/Trio – Presto

Divertimento in C-dur Hob. V:16
Allegro – Menuet/Trio – Finale: Presto

Divertimento in Es-dur Hob. V:4
Allegro – Adagio cantabile – Presto

Divertimento in h-moll Hob. V:3
Adagio – Allegro – Tempo di Menuet

Divertimento in D-dur Hob. V:21
Siciliano: Adagio – Allegro – Menuet/Trio

Camerata Berolinensis
auf Originalinstrumenten

Johannes Gebauer, Violine I; Fiona Stevens, ViolineII
Ulrike Rüben, Violoncello

Leitung: Johannes Gebauer

Gesamtspielzeit: 73:31

Aufnahmedatum Oktober 2003, Erscheinungsdatum Juni 2004

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Aus dem Text des Beiheftes der CD:

Von Haydns Werken ist nur ein verhältnismäßig kleiner Teil im heutigen Konzertbetrieb präsent. Während bei anderen Komponisten teilweise jede noch so unbedeutende Kompositionsübung erschlossen ist, ist es beim Vater der Wiener Klassik schon enorm schwer, überhaupt einen Überblick über das riesige Gesamtwerk zu bekommen. Das liegt sicherlich auch an Haydns Lebensleistung, der, im Hochbarock geboren, die Klassik zur Blüte gebracht hat und im Alter noch Anfänge der Romantik gestreift hat. Besonders die frühen Kompositionen werden im heutigen Konzertbetrieb kaum beachtet; auch die Divertimenti für Streichtrio sind weitgehend in Vergessenheit geraten (bei den bisher auf Schallplatte oder CD erschienenen Streichtriokompositionen handelt es sich fast ausschließlich um Bearbeitungen der späteren Barytontrios). Die Besetzung mit zwei Violinen statt der gebräuchlicheren Besetzung mit Violine und Viola hat sicherlich ebenfalls dazu beigetragen, daß eine in vielerlei Hinsicht besonders reizvolle Kammermusiksammlung bisher fast völlig unbekannt geblieben ist. …

…Zu Unrecht gelten die Streichtrios gemeinhin als Übungskompositionen und Vorläufer der Streichquartette – ein Vorurteil, welches wohl auch chronologisch hinkt, da zumindest einige der Streichtrios wohl erst nach den ersten Streichquartetten entstanden sind. Aber auch musikalisch ist diese Einordnung kaum zu rechtfertigen. In vielem gehen einige der Trios weit über den unterhaltsamen Serenadenstil der frühen Streichquartette hinaus und bezeugen einen vorwärtsgewandten, intellektuellen Anspruch, der sie weit über die Gebrauchsmusik der Zeitgenossen hinaus hebt. …

Der komplette Text von Johannes Gebauer im Beiheft der CD (8 Seiten, deutsch und englisch).